«Keiner hat den Abschluss je verpatzt!»

Lehrlinge sind nichts anderes als billige Arbeitskräfte? Das gilt vielleicht für Betriebe, denen es wichtiger ist, die Lehrlinge zu fordern statt zu fördern. Denn wer als Ausbilder seine Lehrlinge ernst nimmt, setzt sehr viel Zeit und Mittel in Bewegung, um diesen den Weg zum Beruf zu ebnen.

 

Für Kleinbetriebe sind Lehrlinge eine Herausforderung. Erstens machen Sie im Vergleich zu grossen Unternehmen einen beträchtlichen Teil der Belegschaft aus. Zweitens verfügen kleine Unternehmen nicht über eigenständige Abteilungen, die sich um die Ausbildung des Nachwuchses kümmern. Was nichts anderes heisst, als dass gewissenhafte Lehrmeister für die wichtige Betreuung der Lehrlinge vor allem Teile ihrer Freizeit opfern.

Der dreissigste Lehrling kommt bald

«Das stimmt schon. Denn in der Zeit, in der ich mich mit den Auszubildenden beschäftigt habe, blieb alles andere liegen, das auch irgendwann erledigt werden muss», erklärt Reinhard Perren. «Das konnte ich bis anhin nicht einfach delegieren. Neu kümmert sich mit Angelo ein Mitarbeiter um die Lehrlinge, der auch die entsprechende Ausbildung dafür absolviert. Dies entlastet mich um »

In der Schreinerei Perren machen die drei Lehrlinge im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr rund einen Drittel der Belegschaft aus. «Im Sommer kommt noch einer dazu, der die Lehre als Schreiner beginnt», freut sich Reinhard Perren. Freut? «Ja, denn bei allem Aufwand ist es uns als Unternehmen wichtig, Zeit, Material und Geld zu investieren, um der Branche auch künftig gute Fachkräfte bereitstellen zu können. Zudem ist es uns wichtig, der Abwanderung aus den Bergdörfern etwas entgegenzusetzen.» Der «Neue» wird der dreissigste Lehrling sein, den die Perren AG ausbilden wird.

Die Lehrlinge haben das Wort

Dabei macht die Übung den Meister. «Jede Woche stehen mir Werkstatt und Material zur Verfügung, um mich auf die praktischen Prüfungen vom Sommer vorzubereiten», erklärt Lehrling Patrick Erpen. «Wenn ich das meinen Kollegen in der Berufsschule erzähle, staunen viele, dass mir der Lehrmeister diese Möglichkeit gibt.»

«Wenn Fragen zum Unterrichtsstoff auftauchen oder es Tipps und Kniffe für den Umgang mit dem Rohstoff Holz braucht, kann ich mich jederzeit an die Chefs und die Arbeitskollegen wenden. Da wird dann nicht über den unwissenden Lehrling gemotzt, sondern mit vollem Einsatz geholfen. Das finde ich super», freut sich Lehrling Oliver Schwyn.

Der Älteste  im Lehrlingstrio, Noah Margelisch, wird im Sommer seine Lehre abschliessen. «Die Tatsache, dass noch kein Lehrling der Perren AG die Abschlussprüfung verpatzt hat, zeigt eindrücklich, wie gut man hier als Auszubildender gefördert und unterstützt wird. Das ist Motivation und Druck gleichermassen, sich entsprechend ins Zeug zu legen.»

Der Ruf des Unternehmens

Alle drei sind sich einig, nicht als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, sondern eine hochwertige Ausbildung mit viel Unterstützung geniessen zu dürfen. Eine Ansicht, die den Chefs den Rücken stärkt. Denn ihnen ist klar, dass mit dem Abschneiden der Lehrlinge auch jedes Mal ein wenig der Ruf des Unternehmens auf dem Spiel steht. Diesem makellosen Zeugnis wollen Lehrmeister und Lehrlinge auch in Zukunft auf jeden Fall gerecht werden.

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«Holz fasziniert mich auch nach 30 Jahren jeden Tag!»

Seit 30 Jahren ist André Kiechler Teil der Schreinerei Perren AG. Ein Jubiläum, das in der heutigen Zeit immer seltener gefeiert werden kann. Wir machen uns auf die Suche nach den Gründen für diese Treue.

 

André, erinnerst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag vor über 30 Jahren?

Das weiss ich nicht mehr genau. Vermutlich war ich ziemlich kleinlaut und schüchtern und die Werkstatt sah natürlich damals ganz anders aus. . Genau weiss ich aber, dass ich rasch merkte, in einer Firma mit gutem Teamgeist und familiärem Arbeitsklima angekommen zu ein. Von der gut eingerichteten Werkstatt und der Kompetenz der anderen Mitarbeiter konnte ich sehr rasch profitieren. Das hat sich bis heute nicht verändert.

 

Was ist der Grund dafür, dass du so lange beim selben Arbeitgeber geblieben bist?

Erstens muss man wohl der Typ sein, der viel von Loyalität hält und nicht gleich bei jeder sich bietenden Gelegenheit weiterzieht. Zweitens konnte ich mich hier immer wieder weiterentwickeln und neue Aufgaben übernehmen, die ich spannend finde. Und drittens verstehe ich mich sehr gut mit den Chefs und den Kollegen. Dabei dürfen auch mal die Fetzen fliegen, wenn man nicht derselben Meinung ist. Aber nachher krempelt man wieder die Ärmel hoch und geht gemeinsam ans Werk.

 

Dein Beruf hat sich im Laufe der Zeit stark verändert?

Da geht es dem Schreinerberuf nicht anders als vielen anderen Bereichen auch. Dabei sind die enormen Fortschritte in der Technik durch die Digitalisierung und ständig modernere und bessere Maschinen nur ein Teil. Das Thema Arbeitssicherheit und die Verminderung von Staub durch moderne Systeme sind weitere Punkte, in denen sich die Arbeit in einer Schreinerei in keiner Art und Weise mit der vor 30 Jahren vergleichen lässt. Ganz entscheidend ist auch der Kontakt und der Umgang mit den Kunden. Früher war der Schreiner ein Handwerker, der in der Bude seine Arbeit erledigte und vor Ort auf Montage auch nur auf die Arbeit schaute. Heute ist man viel stärker ein Dienstleister, der sich auf Montage oder auch in der Werkstatt direkt mit den Kunden beschäftigt und ihre Anliegen entgegennimmt und versucht, diese umzusetzen.

 

Dann sind noch keine Abnutzungserscheinungen ersichtlich, wenn es um deinen Beruf als Schreiner geht?

Nein! Der Grund, weshalb ich Schreiner geworden bin, ist die Arbeit mit dem natürlichsten Rohstoff überhaupt, dem Holz. Wenn man sieht, was wir heute auf Basis von Holz im Innenausbau und bei Möbeln alles erschaffen können, wird klar, dass dieser wunderschöne Werkstoff in Sachen Vielfältigkeit fast keine Grenzen kennt. Zu erleben, wie aus einem Stück Holz ein Designmöbel, ein energetisch perfektes Fenster oder eine schöne und erst noch einbruchsichere Tür wird, fasziniert mich auch nach 30 Jahren jeden Tag aufs Neue. Der Vorher-Nachher-Effekt in einer renovierten Wohnung ist manchmal kaum zu glauben. Das alles kann Holz. Wieso sollte ich da Abnutzungserscheinungen haben?

André, danke für das Gespräch.

 

Weitere Infos zum Team: Hier!

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Video: So lernt der Hase stehen!

3.10.2018 / Manchmal lösen wir auch knifflige Aufgaben mit grosser Eleganz. Vor allem, wenn sich unsere Lehrlinge Noah, Patrick und Oliver mit Denken gegenseitig übertreffen, wird’s interessant. Doch schaut selber, wie sie den Trophäen des IXS Downhills in Bellwald das Stehen beibringen!

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Holz-Könner mit dem Auge fürs Detail!

31.08.2018 / Wunder wirken können auch ausgewiesene Fachleute nicht. Es gibt allerdings ein paar wichtige Dinge, die es erleichtern, diesem Anspruch jeden Tag ein wenig näher zu kommen. Erfahren Sie hier, was damit gemeint ist.

 

Wer sich zur Lebensaufgabe macht, mit dem Werkstoff Holz zu arbeiten, entscheidet sich neben der Natur auch für das Überraschende. Denn Holz lässt sich nicht einfach so verplanen und verarbeiten. Jeder Baum hat ein eigenes Leben und jedes Stück Holz will separat angefasst und bearbeitet werden. Denn kein Stück gleicht dem anderen. Darum gilt für das Team der Schreinerei Perren AG:

  • Immer Respekt haben vor dem Stück Natur, das gerade bearbeitet wird!
  • Nie aufgeben, wenn es schwierig wird!
  • Immer Arme hochkrempeln und sich für das gemeinsame Ziel mit den Kunden einsetzen!
  • Nie in der Konzentration nachlassen auch wenn die Zeit drängt!
  • Immer wissen wollen, wie etwas besser gemacht werden kann!
  • Nie nachlassen, Neues zu erfahren und zu lernen!

Das führt dazu, dass die Schreinerei Perren AG seit vielen Jahren auf das selbe Team setzen kann. Von diesen erfahrenen Holz-Könnern lernen die Lehrlinge jeden Tag, wie mit Holz und den damit verbundenen Menschen respektvoll umzugehen ist.

 

Geschäftsinhaber der Schreinerei Perren AG

Reinhard Perren, Geschäftsführer, eidg. dipl. Schreinermeister, seit 1980 in der Firma, reinhard@www.perrenag.ch

Rafaela Perren, Geschäftsführerin, AVOR/CNC, seit 1983 in der Firma, rafaela@www.perrenag.ch

 

benjamin
angelo
andre
raphael
rafaela
patrick
noah
joel
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seppi
Oliver

Mitarbeiter der Schreinerei Perren AG

Seppi Imhasly, Montage, Mitarbeiter seit 1986

André Kiechler, CNC/Werkstatt, Mitarbeiter seit 1988

Angelo Ritz, Schreiner, Mitarbeiter seit 2013

Joel Lambrigger, Schreiner, Mitarbeiter seit 2015

Noah Margelisch, Lehrling, Mitarbeiter seit 2015

Benjamin Zumthurm, Schreiner Monteur, Mitarbeiter seit 2016

Patrick Erpen, Lehrling, Mitarbeiter seit 2016

Raphael Mutter, Schreiner, Mitarbeiter seit 2017

Oliver Schwyn, Lehrling, Mitarbeiter seit 2018

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Sch-Reinis Einsicht: Über Fundgruben und Chefs von gestern!

Ein Chalet umbauen kann auch eine Zeitreise sein! Denn vor dem Umbau kommt immer das Ausräumen. Und da machen unsere Teammitglieder oft erstaunliche Entdeckungen.

 

Unsere Youngster im Team waren noch nicht einmal geboren, als einige der Trouvaillen im Einsatz waren, die kürzlich bei einem Chaletumbau zum Vorschein kamen. 

Zeiten von Russi und Klammer

Fischer C4! Das war in den 70ern und 80ern das Nonplusultra in der Skiwelt! Man klebte sich den Ski als Verzierung in voller Länge an den Bettrahmen. Man schmuggelte sich beim Anstehen am Lift voller Stolz an den „Touris“ vorbei – schliesslich hatte man einen C4 an den Füssen und konnte „was“! Beim Aprés-Ski wurde nicht abgeschwungen, ohne den Schnee restlos vom C4 zu entfernen. Denn schliesslich hatte man sich diesen verdient!

Und was sagen unsere Youngster dazu: „Diese „Pommes frites“  gehören in den Müll!“ Ihr habt ja sowas von gar keine Ahnung, ihr jungen Schnaufer… Denn diese Skis haben Weltmeister und Olympiasieger hervorgebracht. Idole wurden darauf geboren und ganze Generationen hatten nur einen Traum: C4!

Übrigens: Dasselbe gilt auch für die klassischen Langlaufskis aus dieser Epoche, als der Sitonenschritt noch ein Schattendasein fristete und im Weltcup zur Disqualifikation führte und das Wort „Skating“ nur in England und Amerika irgendeine Bedeutung hatte…

Unsere Youngster so: „Klammer wer?“ und „Russi wieso!“ und „Sitonen was?“ Ich glaub wir Chefs sind etwas von gestern…

Gruss vom Sch-Reini

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