„Ich wollte schon immer Schreiner werden“

Was dabei rauskommt, wenn einer wird, was er schon immer werden wollte? Benjamin Zumthurm weiss das ganz genau, denn es ist seine Geschichte.

24 Jahre alt, sportliches Bewegungstalent, musikalisch obendrein und Schreiner aus Leidenschaft! Benjamin lacht: „Das tönt nach zuviel Talent! Eigentlich bin ich ein ganz normaler Typ, der zum Glück das machen darf, was ihm Spass macht.“

Schreiner, was sonst?

Und Spass macht ihm der Beruf als Schreiner. „Für mich stand schon in der Primarschule fest, dass ich etwas mit Holz zu tun haben möchte.“ Dabei ist er familiär nicht „vorbelastet“, was seine Berufswahl betrifft. „Ich weiss selbst nicht, warum das für mich klar war. Ich mag einfach den Umgang mit dem Rohstoff Holz und bin gerne dabei, wenn etwas Neues aus diesem natürlichsten aller Baustoffe entsteht.“

Am liebsten auf Montage

Dabei ist sein Lieblingsplatz nicht unbedingt die Werkstatt. „Ich bin lieber auf Montage.“ Am besten sei es, wenn man ein Chalet oder eine Wohnung komplett umbauen könne. „Alles rausreissen und von A bis Z neu aufbauen ist genau mein Ding. Nirgends hat man bei der Arbeit mehr Abwechslung, als bei solchen Renovationen.“ Das ist es auch, was er an seinem Arbeitgeber schätzt. „Wir sind nicht nur auf einen Bereich spezialisiert und montieren die ganze Woche Fenster oder legen Böden. Wir arbeiten in vielen Bereichen und das gefällt mir.“

Lernen und weiterkommen

Kein Wunder, dass er sich nicht zweimal bitten liess, als sein Chef ihm die Weiterbildung zum Fachmonteur VSSM ans Herz legte. Die Ausbildung legt den Schwerpunkt auf der eigenständigen und hochwertigen Vorbereitung und Umsetzung der Montage auf anspruchsvollen Baustellen. Dazu gehören auch der passende Führungsstil und die Kommunikation mit Kunden, Planern und anderen Handwerksbereichen.

„Hier konnte ich mein Erfahrung mit einbringen und in der vierwöchigen Ausbildung gleichzeitig in viele Bereiche tiefer reinschauen und mehr interessante Details kennen lernen.“ Details, die ihn dazu befähigen, künftig ganze Montageaufträge im Team  selbständig zu planen und umzusetzen. Was Benjamin zu einem Garanten für weiterhin hochstehende Qualität in der Montage bei der Schreinerei Perren AG macht.

 

Mehr Infos zu Umbauten gibt es hier.

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Nur das mit der Sprache ist etwas hart

François Gross, 21, Möbelschreiner, Unterwalliser: Was um Himmels Willen macht der in einer Schreinerwerkstatt in Fürgangen? Klare Sache, sich auf das Leben und Lernen vorbereiten. Alles klar?

Er könnte es in seiner Heimat Crans-Montana einfacher haben: gewohnte Arbeit als Möbelschreiner; mit Freunden und Kollegen abends auf ein Bier in die Stammbeiz; Skifahren im mondänen Montana; Ausgang und Halligalli mit der Freundin im schicken Promi-Ort; Französisch parlieren.

Stattdessen beisst sich der gelernte Möbelschreiner François Gross an fremdsprachigen Fachbegriffen die Zähne aus; hockt im sehr beschaulichen Fürgangen mit einer Beiz und einer Buvette; die Freundin sehen ist die Ausnahme; und dann dieser vermaledeite Oberwalliser Dialekt.

François lacht: «Ce n’est pas si mal!» So schlimm sei das doch gar nicht! Die Arbeit sei hier im Oberwallis genau gleich zu erledigen wie im Unterwallis, der Werkstoff Holz unterscheide sich auch nicht unbedingt, die Werkstatt sei bestens ausgestattet, die Stimmung in der Bude sehr gut und «die Chefs sind sehr nett und haben viel Geduld».

«Nur das mit der Sprache ist etwas hart», gibt er grinsend zu. «Ich habe zwar während der Berufsmatura etwas Deutsch gelernt. Aber dem Dialekt hier im Goms bin ich damit bei weitem noch nicht gewachsen», gibt er etwas nachdenklich werdend zu Protokoll.

Dabei sei das Problem weniger die normale Kommunikation mit den Arbeitskollegen. «Die schalten schnell einmal auf Hochdeutsch um, wenn ich gar nix checke. Aber ich kannte fast keinen einzigen der vielen Fachbegriffe auf Deutsch. Da hörst du zu und denkst dir nach ein paar Minuten: Was will der Chef jetzt eigentlich von mir?» Ein Wörterbuch für Fachbegriffe habe er sich beschafft und damit gehe es von Tag zu Tag besser.

Muss es auch. Denn bis im August dieses Jahres bleibt ihm Zeit, die Klippe Deutsch im Oberwallis zu bewältigen. Dann wird er nach Biel gehen und dort an der Höheren Fachschule Holz sein Studium beginnen, das gewisse Vorlesungen in Deutsch beinhaltet. «Da macht es doch Sinn, die Zeit im anderssprachigen Kantonsteil zu verbringen.» Dass er wohl einer von ganz Wenigen ist, der das in seiner Branche so sieht, lässt ihn kalt. «Ich will in meinem Leben vorwärtskommen, habe Ziele. Da gehören Sprachen genau so dazu wie ein breites Fachwissen und Erfahrung.» Deshalb wird er in der Freizeit auch zusätzliche Deutschkurse belegen.

Er hätte mehrere Möglichkeiten gehabt. «Aber die Schreinerei Perren AG hat mich überzeugt. Ich werde hier sehr gut unterstützt, die Stimmung ist super und ich wohne keine 50 Meter von der Werkstatt entfernt. Das ist doch ideal.»

Und wie schätzt er die Chance ein, dass seine Chefs und die Arbeitskollegen die Chance packen und ihr Französisch aufbessern? «Da sollte ich meinen Einfluss nicht überschätzen. Aber gut tun würde es ihnen schon», sagt er lachend und macht sich wieder an die Arbeit.

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«Keiner hat den Abschluss je verpatzt!»

Lehrlinge sind nichts anderes als billige Arbeitskräfte? Das gilt vielleicht für Betriebe, denen es wichtiger ist, die Lehrlinge zu fordern statt zu fördern. Denn wer als Ausbilder seine Lehrlinge ernst nimmt, setzt sehr viel Zeit und Mittel in Bewegung, um diesen den Weg zum Beruf zu ebnen.

 

Für Kleinbetriebe sind Lehrlinge eine Herausforderung. Erstens machen Sie im Vergleich zu grossen Unternehmen einen beträchtlichen Teil der Belegschaft aus. Zweitens verfügen kleine Unternehmen nicht über eigenständige Abteilungen, die sich um die Ausbildung des Nachwuchses kümmern. Was nichts anderes heisst, als dass gewissenhafte Lehrmeister für die wichtige Betreuung der Lehrlinge vor allem Teile ihrer Freizeit opfern.

Der dreissigste Lehrling kommt bald

«Das stimmt schon. Denn in der Zeit, in der ich mich mit den Auszubildenden beschäftigt habe, blieb alles andere liegen, das auch irgendwann erledigt werden muss», erklärt Reinhard Perren. «Das konnte ich bis anhin nicht einfach delegieren. Neu kümmert sich mit Angelo ein Mitarbeiter um die Lehrlinge, der auch die entsprechende Ausbildung dafür absolviert. Dies entlastet mich um »

In der Schreinerei Perren machen die drei Lehrlinge im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr rund einen Drittel der Belegschaft aus. «Im Sommer kommt noch einer dazu, der die Lehre als Schreiner beginnt», freut sich Reinhard Perren. Freut? «Ja, denn bei allem Aufwand ist es uns als Unternehmen wichtig, Zeit, Material und Geld zu investieren, um der Branche auch künftig gute Fachkräfte bereitstellen zu können. Zudem ist es uns wichtig, der Abwanderung aus den Bergdörfern etwas entgegenzusetzen.» Der «Neue» wird der dreissigste Lehrling sein, den die Perren AG ausbilden wird.

Die Lehrlinge haben das Wort

Dabei macht die Übung den Meister. «Jede Woche stehen mir Werkstatt und Material zur Verfügung, um mich auf die praktischen Prüfungen vom Sommer vorzubereiten», erklärt Lehrling Patrick Erpen. «Wenn ich das meinen Kollegen in der Berufsschule erzähle, staunen viele, dass mir der Lehrmeister diese Möglichkeit gibt.»

«Wenn Fragen zum Unterrichtsstoff auftauchen oder es Tipps und Kniffe für den Umgang mit dem Rohstoff Holz braucht, kann ich mich jederzeit an die Chefs und die Arbeitskollegen wenden. Da wird dann nicht über den unwissenden Lehrling gemotzt, sondern mit vollem Einsatz geholfen. Das finde ich super», freut sich Lehrling Oliver Schwyn.

Der Älteste  im Lehrlingstrio, Noah Margelisch, wird im Sommer seine Lehre abschliessen. «Die Tatsache, dass noch kein Lehrling der Perren AG die Abschlussprüfung verpatzt hat, zeigt eindrücklich, wie gut man hier als Auszubildender gefördert und unterstützt wird. Das ist Motivation und Druck gleichermassen, sich entsprechend ins Zeug zu legen.»

Der Ruf des Unternehmens

Alle drei sind sich einig, nicht als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, sondern eine hochwertige Ausbildung mit viel Unterstützung geniessen zu dürfen. Eine Ansicht, die den Chefs den Rücken stärkt. Denn ihnen ist klar, dass mit dem Abschneiden der Lehrlinge auch jedes Mal ein wenig der Ruf des Unternehmens auf dem Spiel steht. Diesem makellosen Zeugnis wollen Lehrmeister und Lehrlinge auch in Zukunft auf jeden Fall gerecht werden.

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Unsere Weihnachtsbäume in der Schreinerzeitung

Rund 400 Schreinereien haben während der Adventszeit an der Aktion Schreiner-Weihnachtsbaum des VSSM teilgenommen und ihren Betrieb festlich markiert. Knapp 360 Bilder dieser individuell gestalteten Schmuckstücke hat der VSSM bis Ende Dezember zugeschickt bekommen. Unter anderem fanden auch unsere Bäume einen (Bilder-)Platz in der aktuellen Schreinerzeitung. Das freut uns natürlich!

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