Nur das mit der Sprache ist etwas hart

François Gross, 21, Möbelschreiner, Unterwalliser: Was um Himmels Willen macht der in einer Schreinerwerkstatt in Fürgangen? Klare Sache, sich auf das Leben und Lernen vorbereiten. Alles klar?

Er könnte es in seiner Heimat Crans-Montana einfacher haben: gewohnte Arbeit als Möbelschreiner; mit Freunden und Kollegen abends auf ein Bier in die Stammbeiz; Skifahren im mondänen Montana; Ausgang und Halligalli mit der Freundin im schicken Promi-Ort; Französisch parlieren.

Stattdessen beisst sich der gelernte Möbelschreiner François Gross an fremdsprachigen Fachbegriffen die Zähne aus; hockt im sehr beschaulichen Fürgangen mit einer Beiz und einer Buvette; die Freundin sehen ist die Ausnahme; und dann dieser vermaledeite Oberwalliser Dialekt.

François lacht: «Ce n’est pas si mal!» So schlimm sei das doch gar nicht! Die Arbeit sei hier im Oberwallis genau gleich zu erledigen wie im Unterwallis, der Werkstoff Holz unterscheide sich auch nicht unbedingt, die Werkstatt sei bestens ausgestattet, die Stimmung in der Bude sehr gut und «die Chefs sind sehr nett und haben viel Geduld».

«Nur das mit der Sprache ist etwas hart», gibt er grinsend zu. «Ich habe zwar während der Berufsmatura etwas Deutsch gelernt. Aber dem Dialekt hier im Goms bin ich damit bei weitem noch nicht gewachsen», gibt er etwas nachdenklich werdend zu Protokoll.

Dabei sei das Problem weniger die normale Kommunikation mit den Arbeitskollegen. «Die schalten schnell einmal auf Hochdeutsch um, wenn ich gar nix checke. Aber ich kannte fast keinen einzigen der vielen Fachbegriffe auf Deutsch. Da hörst du zu und denkst dir nach ein paar Minuten: Was will der Chef jetzt eigentlich von mir?» Ein Wörterbuch für Fachbegriffe habe er sich beschafft und damit gehe es von Tag zu Tag besser.

Muss es auch. Denn bis im August dieses Jahres bleibt ihm Zeit, die Klippe Deutsch im Oberwallis zu bewältigen. Dann wird er nach Biel gehen und dort an der Höheren Fachschule Holz sein Studium beginnen, das gewisse Vorlesungen in Deutsch beinhaltet. «Da macht es doch Sinn, die Zeit im anderssprachigen Kantonsteil zu verbringen.» Dass er wohl einer von ganz Wenigen ist, der das in seiner Branche so sieht, lässt ihn kalt. «Ich will in meinem Leben vorwärtskommen, habe Ziele. Da gehören Sprachen genau so dazu wie ein breites Fachwissen und Erfahrung.» Deshalb wird er in der Freizeit auch zusätzliche Deutschkurse belegen.

Er hätte mehrere Möglichkeiten gehabt. «Aber die Schreinerei Perren AG hat mich überzeugt. Ich werde hier sehr gut unterstützt, die Stimmung ist super und ich wohne keine 50 Meter von der Werkstatt entfernt. Das ist doch ideal.»

Und wie schätzt er die Chance ein, dass seine Chefs und die Arbeitskollegen die Chance packen und ihr Französisch aufbessern? «Da sollte ich meinen Einfluss nicht überschätzen. Aber gut tun würde es ihnen schon», sagt er lachend und macht sich wieder an die Arbeit.

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«Keiner hat den Abschluss je verpatzt!»

Lehrlinge sind nichts anderes als billige Arbeitskräfte? Das gilt vielleicht für Betriebe, denen es wichtiger ist, die Lehrlinge zu fordern statt zu fördern. Denn wer als Ausbilder seine Lehrlinge ernst nimmt, setzt sehr viel Zeit und Mittel in Bewegung, um diesen den Weg zum Beruf zu ebnen.

 

Für Kleinbetriebe sind Lehrlinge eine Herausforderung. Erstens machen Sie im Vergleich zu grossen Unternehmen einen beträchtlichen Teil der Belegschaft aus. Zweitens verfügen kleine Unternehmen nicht über eigenständige Abteilungen, die sich um die Ausbildung des Nachwuchses kümmern. Was nichts anderes heisst, als dass gewissenhafte Lehrmeister für die wichtige Betreuung der Lehrlinge vor allem Teile ihrer Freizeit opfern.

Der dreissigste Lehrling kommt bald

«Das stimmt schon. Denn in der Zeit, in der ich mich mit den Auszubildenden beschäftigt habe, blieb alles andere liegen, das auch irgendwann erledigt werden muss», erklärt Reinhard Perren. «Das konnte ich bis anhin nicht einfach delegieren. Neu kümmert sich mit Angelo ein Mitarbeiter um die Lehrlinge, der auch die entsprechende Ausbildung dafür absolviert. Dies entlastet mich um »

In der Schreinerei Perren machen die drei Lehrlinge im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr rund einen Drittel der Belegschaft aus. «Im Sommer kommt noch einer dazu, der die Lehre als Schreiner beginnt», freut sich Reinhard Perren. Freut? «Ja, denn bei allem Aufwand ist es uns als Unternehmen wichtig, Zeit, Material und Geld zu investieren, um der Branche auch künftig gute Fachkräfte bereitstellen zu können. Zudem ist es uns wichtig, der Abwanderung aus den Bergdörfern etwas entgegenzusetzen.» Der «Neue» wird der dreissigste Lehrling sein, den die Perren AG ausbilden wird.

Die Lehrlinge haben das Wort

Dabei macht die Übung den Meister. «Jede Woche stehen mir Werkstatt und Material zur Verfügung, um mich auf die praktischen Prüfungen vom Sommer vorzubereiten», erklärt Lehrling Patrick Erpen. «Wenn ich das meinen Kollegen in der Berufsschule erzähle, staunen viele, dass mir der Lehrmeister diese Möglichkeit gibt.»

«Wenn Fragen zum Unterrichtsstoff auftauchen oder es Tipps und Kniffe für den Umgang mit dem Rohstoff Holz braucht, kann ich mich jederzeit an die Chefs und die Arbeitskollegen wenden. Da wird dann nicht über den unwissenden Lehrling gemotzt, sondern mit vollem Einsatz geholfen. Das finde ich super», freut sich Lehrling Oliver Schwyn.

Der Älteste  im Lehrlingstrio, Noah Margelisch, wird im Sommer seine Lehre abschliessen. «Die Tatsache, dass noch kein Lehrling der Perren AG die Abschlussprüfung verpatzt hat, zeigt eindrücklich, wie gut man hier als Auszubildender gefördert und unterstützt wird. Das ist Motivation und Druck gleichermassen, sich entsprechend ins Zeug zu legen.»

Der Ruf des Unternehmens

Alle drei sind sich einig, nicht als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, sondern eine hochwertige Ausbildung mit viel Unterstützung geniessen zu dürfen. Eine Ansicht, die den Chefs den Rücken stärkt. Denn ihnen ist klar, dass mit dem Abschneiden der Lehrlinge auch jedes Mal ein wenig der Ruf des Unternehmens auf dem Spiel steht. Diesem makellosen Zeugnis wollen Lehrmeister und Lehrlinge auch in Zukunft auf jeden Fall gerecht werden.

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«Holz fasziniert mich auch nach 30 Jahren jeden Tag!»

Seit 30 Jahren ist André Kiechler Teil der Schreinerei Perren AG. Ein Jubiläum, das in der heutigen Zeit immer seltener gefeiert werden kann. Wir machen uns auf die Suche nach den Gründen für diese Treue.

 

André, erinnerst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag vor über 30 Jahren?

Das weiss ich nicht mehr genau. Vermutlich war ich ziemlich kleinlaut und schüchtern und die Werkstatt sah natürlich damals ganz anders aus. . Genau weiss ich aber, dass ich rasch merkte, in einer Firma mit gutem Teamgeist und familiärem Arbeitsklima angekommen zu ein. Von der gut eingerichteten Werkstatt und der Kompetenz der anderen Mitarbeiter konnte ich sehr rasch profitieren. Das hat sich bis heute nicht verändert.

 

Was ist der Grund dafür, dass du so lange beim selben Arbeitgeber geblieben bist?

Erstens muss man wohl der Typ sein, der viel von Loyalität hält und nicht gleich bei jeder sich bietenden Gelegenheit weiterzieht. Zweitens konnte ich mich hier immer wieder weiterentwickeln und neue Aufgaben übernehmen, die ich spannend finde. Und drittens verstehe ich mich sehr gut mit den Chefs und den Kollegen. Dabei dürfen auch mal die Fetzen fliegen, wenn man nicht derselben Meinung ist. Aber nachher krempelt man wieder die Ärmel hoch und geht gemeinsam ans Werk.

 

Dein Beruf hat sich im Laufe der Zeit stark verändert?

Da geht es dem Schreinerberuf nicht anders als vielen anderen Bereichen auch. Dabei sind die enormen Fortschritte in der Technik durch die Digitalisierung und ständig modernere und bessere Maschinen nur ein Teil. Das Thema Arbeitssicherheit und die Verminderung von Staub durch moderne Systeme sind weitere Punkte, in denen sich die Arbeit in einer Schreinerei in keiner Art und Weise mit der vor 30 Jahren vergleichen lässt. Ganz entscheidend ist auch der Kontakt und der Umgang mit den Kunden. Früher war der Schreiner ein Handwerker, der in der Bude seine Arbeit erledigte und vor Ort auf Montage auch nur auf die Arbeit schaute. Heute ist man viel stärker ein Dienstleister, der sich auf Montage oder auch in der Werkstatt direkt mit den Kunden beschäftigt und ihre Anliegen entgegennimmt und versucht, diese umzusetzen.

 

Dann sind noch keine Abnutzungserscheinungen ersichtlich, wenn es um deinen Beruf als Schreiner geht?

Nein! Der Grund, weshalb ich Schreiner geworden bin, ist die Arbeit mit dem natürlichsten Rohstoff überhaupt, dem Holz. Wenn man sieht, was wir heute auf Basis von Holz im Innenausbau und bei Möbeln alles erschaffen können, wird klar, dass dieser wunderschöne Werkstoff in Sachen Vielfältigkeit fast keine Grenzen kennt. Zu erleben, wie aus einem Stück Holz ein Designmöbel, ein energetisch perfektes Fenster oder eine schöne und erst noch einbruchsichere Tür wird, fasziniert mich auch nach 30 Jahren jeden Tag aufs Neue. Der Vorher-Nachher-Effekt in einer renovierten Wohnung ist manchmal kaum zu glauben. Das alles kann Holz. Wieso sollte ich da Abnutzungserscheinungen haben?

André, danke für das Gespräch.

 

Weitere Infos zum Team: Hier!

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Video: So lernt der Hase stehen!

3.10.2018 / Manchmal lösen wir auch knifflige Aufgaben mit grosser Eleganz. Vor allem, wenn sich unsere Lehrlinge Noah, Patrick und Oliver mit Denken gegenseitig übertreffen, wird’s interessant. Doch schaut selber, wie sie den Trophäen des IXS Downhills in Bellwald das Stehen beibringen!

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Holz-Könner mit dem Auge fürs Detail!

31.08.2018 / Wunder wirken können auch ausgewiesene Fachleute nicht. Es gibt allerdings ein paar wichtige Dinge, die es erleichtern, diesem Anspruch jeden Tag ein wenig näher zu kommen. Erfahren Sie hier, was damit gemeint ist.

 

Wer sich zur Lebensaufgabe macht, mit dem Werkstoff Holz zu arbeiten, entscheidet sich neben der Natur auch für das Überraschende. Denn Holz lässt sich nicht einfach so verplanen und verarbeiten. Jeder Baum hat ein eigenes Leben und jedes Stück Holz will separat angefasst und bearbeitet werden. Denn kein Stück gleicht dem anderen. Darum gilt für das Team der Schreinerei Perren AG:

  • Immer Respekt haben vor dem Stück Natur, das gerade bearbeitet wird!
  • Nie aufgeben, wenn es schwierig wird!
  • Immer Arme hochkrempeln und sich für das gemeinsame Ziel mit den Kunden einsetzen!
  • Nie in der Konzentration nachlassen auch wenn die Zeit drängt!
  • Immer wissen wollen, wie etwas besser gemacht werden kann!
  • Nie nachlassen, Neues zu erfahren und zu lernen!

Das führt dazu, dass die Schreinerei Perren AG seit vielen Jahren auf das selbe Team setzen kann. Von diesen erfahrenen Holz-Könnern lernen die Lehrlinge jeden Tag, wie mit Holz und den damit verbundenen Menschen respektvoll umzugehen ist.

 

Geschäftsinhaber der Schreinerei Perren AG

Reinhard Perren, Geschäftsführer, eidg. dipl. Schreinermeister, seit 1980 in der Firma, reinhard@www.perrenag.ch

Rafaela Perren, Geschäftsführerin, AVOR/CNC, seit 1983 in der Firma, rafaela@www.perrenag.ch

 

benjamin
angelo
andre
raphael
rafaela
patrick
noah
joel
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seppi
Oliver

Mitarbeiter der Schreinerei Perren AG

Seppi Imhasly, Montage, Mitarbeiter seit 1986

André Kiechler, CNC/Werkstatt, Mitarbeiter seit 1988

Angelo Ritz, Schreiner, Mitarbeiter seit 2013

Joel Lambrigger, Schreiner, Mitarbeiter seit 2015

Noah Margelisch, Lehrling, Mitarbeiter seit 2015

Benjamin Zumthurm, Schreiner Monteur, Mitarbeiter seit 2016

Patrick Erpen, Lehrling, Mitarbeiter seit 2016

Raphael Mutter, Schreiner, Mitarbeiter seit 2017

Oliver Schwyn, Lehrling, Mitarbeiter seit 2018

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