Sch-Reinis Einsichten: „Parle-wu Fransse?“

„Fransse“? Also ich nicht wirklich. Oder eher noch nicht! Denn ein Ereignis hat mich in den letzten Tagen dazu gebracht, meine Haltung gegenüber der Sprache von Sartre, Molière und Fendant zu überdenken: Ich habe neuerdings einen welschen Mitarbeiter!

Genau, einen «»schönn megg» von der «ootre ggotte dö la Raspii», der sich einen Einblick in die Welt und damit in die Sprache jenseits des Röstigrabens erhofft, bevor er in einem Jahr mit seiner höheren Fachausbildung weiterfährt. Er springt also quasi freiwillig ins Haifischbecken des Gommer Dialekts gepaart mit der Herausforderung, sich in einem Dreieinhalb-Seelen-Dorf zurechtzufinden.

Das verursacht bei mir ein schlechtes Gewissen! Denn meine Französischkenntnisse haben auf meiner linken Handfläche Platz. Und das mit grossen Buchstaben geschrieben. Warum habe ich eigentlich diesen Schritt nie gemacht? Warum bin ich nie ins «Welsche» gegangen und hab mir meine Sprachhörner zurechtstutzen lassen? Denn ob ich ein Stück Holz auf Französisch oder Deutsch bearbeite, ist doch eigentlich einerlei. Gopf, wie heisst Holz eigentlich auf Welsch? Ah ja, «bua» und der «mönisje» sägt dran rum.

Wie erkläre ich dem bloss, was er wann zu tun hat? Wo nehme ich die ganzen Fachausdrücke auf Französisch her? Beschläge, Kehlmaschine, Oberfräser, Türrahmen, Fenstersturz, Japansäge, Buche, Lärch, Tanne, Nut… Ich glaube, Google Translator wird bald mein «mejöör ami»! Aufgabenverteilung am frühen Morgen vor der gesamten Belegschaft und ich mach mich mit Zeichensprache lächerlich! Meine Jungs haben doch irgendwo ihre Französischbücher? Oder doch schnell einen Migros-Kurs?

Halt, Sch-Reini, «nö fe pa lö ggong»! Der «schönn megg» kommt doch ins Goms, um meine Sprache zu lernen, «aggsa federal» inklusive, wenn es denn Hochdeutsch sein muss, oder? Er wird nur dann profitieren, wenn ich ihn ins «o frua» werfe und dort etwas zappeln lasse. So «pö a pö» können mein Team und ich ja sprachlich auch etwas profitieren von unserem welschen Kollegen.

Und wenn alles klappt, lässt sich einer meiner Lehrlinge vom Sprachvirus anstecken und wagt, was ich damals verpasst habe: den Schritt über den Röstigraben! Dann kann ich mir mit gutem Gewissen auf die Schultern klopfen und sagen «Biä fe, Sch-Reini!»

Euer Sch-Reini

 

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Sch-Reinis Einsicht: „Viel Volk, viel Krampf oder einfach der Hammer?“

„Eigentlich bin ich überrascht. Überrascht, dass sich bei schönem Wetter so viele Leute für Holz interessieren, für die Menschen hinter dem Holz und dem, was aus Holz so alles entstehen kann. Und natürlich interessierten sie sich auch für Plätzli. Und für Raclette. Für die Wurst oder zwei. Für das Bier im Allgemeinen. Und den Wein im Besonderen. Und für Foto. Kleiderbügel. Virtual Reality. Ländlermusik. Rock und Blues.

Und ab und an auch Interesse für Sch-Reini. Hände schütteln. „Salut, wje geit’s!“ sagen. Smalltalk. Oder „Hesch mer nuch es Pjeer?“ ans Ohr geknallt. Ich mutiere zum Kellner. Zum Unterhalter. Zum Interviewpartner. Zum Mädchen für alles. Ich hinterfrage mich. Denn eigentlich hab ich doch mit Holz zu tun, ich Holzkopf! Jetzt plötzlich all die Menschen…

Seit Wochen sind wir am vorbereiten. Ideen sammeln. Programm machen. Inhalt organisieren. Fotobox besorgen. Musik buchen. Moderator kürzen oder heisst das briefen? Essen vorbereiten.

Und erst das Aufräumen. Die Werkstatt auf Vordermann bringen. Kreissäge polieren. „Sagetä“ so unter die Maschine fegen, dass man sie erst auf Knien liegend wieder zu Gesicht bekommt.  Und Holzreste entsorgen. Schönes Holz. Gutes Holz. „Da chennteme doch nu appis drüs mache!“

Nicht zu vergessen die Knacknuss: Wie unterhalte ich die Besucher. Mit Wettbewerben? Mit Wettkämpfen? Mit Infotainment? Mit Rundgang? Plakat? Give away? Bastelei? Musik? Am besten gleich alles zusammen. Das „fägt!“

Und jetzt? Was bleibt? Der Preis beim Wettbewerb? Der Kater vom Wein? Das Bauchweh von zu viel Wurst? Der Muskelkater im Sprechapparat? Das Surren im Kopf vor lauter Menschen? Oder kommt das doch von Joëls lautem Gitarrenriff? Oder von Waldis überbordender Stimme via Lautsprecher?

Was bleibt sind, glaube ich, Begegnungen. Die sind übrigens viel zu selten, die Begegnungen. Hier hat man Zeit dafür. Denn es geht nicht um Offerten. Es geht nicht um Bestellungen. Thema sind nicht die Termine. Auch nicht das eine oder andere Missgeschick. Kein Mitarbeiter krankt. Keinem fehlt ein Stück vom Finger. Oder braucht dringend frei.

Was bleibt sind Erlebnisse. Eindrücke. Ja, für jeden hat man zu wenig Zeit. Trotzdem mehr, als an normalen Tagen. Denn es geht um das Gegenüber. Es geht um das Miteinander. Es geht um das Du und das Ich und auch um das Wir.

Ok, viel Volk heisst auch viel Krampf! Aber ein Krampf mit direkter Lohnausschüttung: „Das heider de güöt gmacht!“ und „So vil Mjee mached jeer eiw ver insch?“ oder „Das gfallt mer hüöre güöt!“ und dann noch „Schad, git’s das nit mee!“

Lohn in Worten, die der Seele gut tun.  Mir natürlich. Aber auch dem Team. Einmal im Mittelpunkt stehen statt unter Druck. Einmal Zeit haben statt Termine. Einmal Mensch sein statt immer nur „Chrampfer“. Einmal zeigen, dass man stolz ist auf das, was man tut.

Das bleibt! Auch dann, wenn uns Termine, Druck, Offerten oder einfach der Alltag wieder zurückholen. Das ist der Hammer, oder?

Eiws Sch-Reini

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Sch-Reinis Einsicht: Über Fundgruben und Chefs von gestern!

Ein Chalet umbauen kann auch eine Zeitreise sein! Denn vor dem Umbau kommt immer das Ausräumen. Und da machen unsere Teammitglieder oft erstaunliche Entdeckungen.

 

Unsere Youngster im Team waren noch nicht einmal geboren, als einige der Trouvaillen im Einsatz waren, die kürzlich bei einem Chaletumbau zum Vorschein kamen. 

Zeiten von Russi und Klammer

Fischer C4! Das war in den 70ern und 80ern das Nonplusultra in der Skiwelt! Man klebte sich den Ski als Verzierung in voller Länge an den Bettrahmen. Man schmuggelte sich beim Anstehen am Lift voller Stolz an den „Touris“ vorbei – schliesslich hatte man einen C4 an den Füssen und konnte „was“! Beim Aprés-Ski wurde nicht abgeschwungen, ohne den Schnee restlos vom C4 zu entfernen. Denn schliesslich hatte man sich diesen verdient!

Und was sagen unsere Youngster dazu: „Diese „Pommes frites“  gehören in den Müll!“ Ihr habt ja sowas von gar keine Ahnung, ihr jungen Schnaufer… Denn diese Skis haben Weltmeister und Olympiasieger hervorgebracht. Idole wurden darauf geboren und ganze Generationen hatten nur einen Traum: C4!

Übrigens: Dasselbe gilt auch für die klassischen Langlaufskis aus dieser Epoche, als der Sitonenschritt noch ein Schattendasein fristete und im Weltcup zur Disqualifikation führte und das Wort „Skating“ nur in England und Amerika irgendeine Bedeutung hatte…

Unsere Youngster so: „Klammer wer?“ und „Russi wieso!“ und „Sitonen was?“ Ich glaub wir Chefs sind etwas von gestern…

Gruss vom Sch-Reini

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